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Pianosa

 

Seine große musikalische Vielseitigkeit  präsentiert Falkenberg erneut auf dem neuen  Album “Pianosa”.   Diesmal rein instrumental und mit Musik,  die in keine Schublade passt.  Moderne Neoklassik trifft es vielleicht am Besten.  Virtuos gespielte Piano- Passagen treffen auf  Sinfonisches und experimentelle Soundscapes.   “Pianosa” sollte man direkt neben die Platten von  Francesco Tristano, Hauschka, Einaudi,  Lambert und Max Richter einsortieren!   (Olaf Zimmermann, radioeins)

Ohne Worte 

Ein Mann, ein Flügel. Kein Wort. Das ist wichtig, denn alles, was jetzt passiert, das passiert allein zwischen Synapsen, Händen, Saiten. Der Mann, der Flügel, die Musik. Nichts, das simpler sein könnte. Nichts, das komplizierter wäre.

Nach drei, vier Jahrzehnten aktiver Musikerkarriere legt Falkenberg hier sein erstes Instrumentalalbum vor. Das ist jetzt nicht so überraschend, Instrumentalstücke sind auf jedem seiner Alben. PIANOSA war insofern überfällig. Konsequent und gleichzeitig… völlig bescheuert.

Was wir auf dem Album hören, lässt sich ansiedeln zwischen Neo Klassik, Ambience, Noise. Sie müssen das nicht zwingend nachschlagen, nur so viel: Allein beim Stichwort Neo Klassik würden Puristen reflexhaft aufjaulen. Einflüsse aus dem Jazz: puh. Einflüsse aus dem Pop: igitt, die Welt geht unter.

PIANOSA sammelt all das, was über die Jahre zusammen kam. Zwölf Stücke. Und, so viel vorab, das ist echt schöne Musik geworden. Manchmal wartet man, dass er zu singen beginnt. Manches hätte das Zeug zu Filmmusik.

Der Mann an dem Flügel lässt Schmerz und Lust in Musik fließen. Und weil Schmerz und Lust echt heftige Gefühle sind; solche, bei denen man heulen, feiern, sich selbst zerfetzen möchte, je nachdem, deswegen ist die Musik, die der Mann da macht, so angreifbar. Denn schön und leise zu sein, das muss man sich erstmal trauen.

Ralf Schmidt-IC-Falkenberg. Zwischen Stadtsingechor und Punk und Rock und Pop hat er musikalisch wenig ausgelassen. Nach dem großen Tamtam angekommen als politischer Liedermacher. Jetzt trägt er seine Haut aufs neue zum Markte.

Falkenberg-Schmidt-IC-Ralf und sein erstes Klavieralbum. Der Mann ist, schlimmes Wort, so authentisch, dass man ihn gelegentlich vor sich selber schützen möchte. Im Osten geboren, “wo er tief und dreckig ist” (älteres Liedgut), schwelgt er hier in manchmal dramatischer Melodik, mit betörenden Tiefen und Untiefen. Weil er es kann. Und weil, ich hab ihn das gefragt, “bei Instrumentalmusik auf der Leinwand mehr Platz ist für die eigenen Farben des Hörers”. Drunter macht er es eben nicht.

Sylvia Belka-Lorenz (Journalistin, rbb)

Produzent: FALKENBERG
Besetzung: FALKENBERG
Aufgenommen und gemischt: Mai 2017 – August 2017
im THE WHITEROOM von FALKENBERG
Veröffentlicht: 10.09.2017
Label: mollwerk

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